ESTP · Der Macher

ESTP im Beruf: passende Berufe und Arbeitsstil (Der Macher)

ESTP ist extravertiert, praktisch, kritisch und flexibel. Im Folgenden: die Interessenbereiche und Berufe, zu denen diese Merkmale neigen, was begutachtete Forschung über sie im Beruf sagt und wo ESTP typischerweise auf Reibung stößt.

Du bist kontaktfreudig, handlungsorientiert, direkt und anpassungsfähig. Du magst Situationen, in denen es schnell zugeht, Wettbewerb und das Lösen von Problemen aus dem Stegreif lieber als langfristiges Planen.

So arbeitet ESTP, Buchstabe für Buchstabe

Wie sich jeder Buchstabe typischerweise zeigt. Das beschreibt, was die Merkmale sind, es sind keine Forschungsergebnisse.

Extraversion
E · Extravertiert

Wahrscheinlich denkst du am besten laut, in Meetings, Telefonaten und kurzen Gesprächen. Arbeit mit viel Kontakt zu Kollegen, Kunden oder Publikum gibt dir eher Energie, als dass sie dich auslaugt.

Offenheit / Intellekt
S · Praktisch

Vermutlich magst du konkrete Aufgaben mit sichtbaren Ergebnissen und vertraust Methoden, die sich schon bewährt haben.

Verträglichkeit
T · Kritisch

Vermutlich stellst du Logik, Standards und Ergebnisse an die erste Stelle und sprichst unbequeme Wahrheiten ohne Weiteres aus.

Gewissenhaftigkeit
P · Flexibel

Vermutlich arbeitest du in Schüben, passt dich schnell an Veränderungen an und ziehst Abwechslung festen Routinen vor.

Passende Berufe für ESTP: Interessenbereiche, zu denen deine Merkmale neigen

Die RIASEC-Interessenbereiche nach Holland sind das Standardmodell der Berufsberatung. Persönlichkeitsmerkmale sagen Interessen nur mäßig vorher, sieh sie also als Ausgangspunkte, um dich umzusehen.

Unternehmerisch

Führen, überzeugen, verkaufen und Unternehmen aufbauen.

  • Unternehmerische Interessen haben einen der stärkeren Zusammenhänge zwischen Merkmalen und Interessen, nämlich mit Extraversion: dein Buchstabe E (Extravertiert).[1]
Gründer/inVertriebsleiter/inRechtsanwalt/-anwältinMarketingleiter/inProduktmanager/inImmobilienmakler/in
Sozial

Unterrichten, helfen, pflegen und Menschen fördern.

  • Soziale Interessen hängen mit Extraversion und, schwächer, mit Verträglichkeit zusammen: deine Buchstaben E (Extravertiert) und T (Kritisch).[1]
Lehrer/inPflegefachkraftBerater/inSozialarbeiter/inPhysiotherapeut/inPersonalreferent/in
Praktisch-technisch

Handfeste Arbeit mit Werkzeugen, Maschinen, Pflanzen oder Tieren.

  • Kein Big-Five-Merkmal sagt praktisch-technische Interessen (handfeste Arbeit) stark vorher, ihr Rang sagt also mehr über deine anderen Bereiche als über diesen.[1]
Elektriker/inFluggerätmechaniker/inBauingenieur/inVermessungstechniker/inKoch/KöchinWildtiertechniker/in

Berufe, die die Bereiche „Unternehmerisch“ und „Sozial“ verbinden

Deine zwei stärksten Interessenbereiche kombiniert. Beispiele zum Recherchieren, keine Vorhersagen.

Schulleiter/inPersonalleiter/inLeiter/in einer gemeinnützigen OrganisationRecruiter/inUnternehmenstrainer/in

Die Merkmale von ESTP im Beruf: Forschung und praktische Tipps

  • Rollen mit Abwechslung und kurzen Feedbackschleifen liegen dir. Leih dir Struktur von Werkzeugen, Deadlines und Teammitgliedern.
  • In einer Langzeitstudie sagte früh im Leben gemessene Gewissenhaftigkeit den späteren beruflichen Status und das Einkommen vorher. Werkzeuge, Deadlines und Menschen, denen gegenüber du Rechenschaft ablegst, sind ein praktischer Weg, dir Struktur zu leihen.[2]
  • Extraversion sagt die Leistung speziell in Führungs- und Vertriebsjobs vorher.[3]
  • In einer Metaanalyse von Studien zum Berufserfolg hing Extraversion schwach positiv mit Gehalt und Beförderungen zusammen und etwas stärker mit der Zufriedenheit mit der eigenen Laufbahn.[4]
  • Unternehmer erzielen im Durchschnitt etwas niedrigere Verträglichkeitswerte als Manager.[5]
  • Vielleicht blühst du in Rollen auf, die kritische Bewertung belohnen, etwa in Wirtschaftsprüfung, Recht, Investment, Qualitätssicherung oder Lektorat.

Stärken von ESTP im Beruf

  • Du passt dich an, wenn sich Pläne ändern, und improvisierst gern.
  • Extraversion ist das Merkmal, das am beständigsten damit zusammenhängt, dass jemand in Gruppen als Führungsperson hervortritt.[6]
  • Extravertierte berichten im Durchschnitt häufiger von angenehmen Gefühlen.[7]
  • Du knüpfst schnell Kontakte, was bei Gelegenheiten hilft, die sich per Mundpropaganda herumsprechen.
  • Du bleibst bei dem, was funktioniert, und lässt dich weniger von Neuem um seiner selbst willen ablenken.

Die vier Varianten von ESTP: wie sie sich im Beruf unterscheiden

Zwei Merkmale, die der klassische Vier-Buchstaben-Test nicht misst, Emotionale Stabilität und Ehrlichkeit-Bescheidenheit, teilen ESTP in vier Varianten.

Gelassen und aufrichtig
ESTP-CM

Vermutlich bleibst du bei Deadlines, Kritik und Rückschlägen gelassen, und Kollegen wenden sich vielleicht an dich, wenn etwas schiefläuft. Vermutlich sind dir Fairness und korrektes Vorgehen wichtig, und Titel, Vergünstigungen und Status motivieren dich weniger.

  • In der Metaanalyse zum Berufserfolg gehörte Neurotizismus (das Gegenteil deines Buchstabens C) zu den stärkeren negativen Korrelaten der Zufriedenheit mit der eigenen Laufbahn.[4]
  • Ehrlichkeit-Bescheidenheit ist der stärkste HEXACO-Prädiktor für wenig abweichendes Verhalten am Arbeitsplatz (Diebstahl, Sabotage, Fehlverhalten), was vor allem in Rollen zählt, die auf Vertrauen beruhen.[8]

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Gelassen und ehrgeizig
ESTP-CA

Vermutlich bleibst du bei Deadlines, Kritik und Rückschlägen gelassen, und Kollegen wenden sich vielleicht an dich, wenn etwas schiefläuft. Vermutlich motivieren dich Status, Anerkennung und Belohnung, und du stellst deine eigene Arbeit gern heraus.

  • In der Metaanalyse zum Berufserfolg gehörte Neurotizismus (das Gegenteil deines Buchstabens C) zu den stärkeren negativen Korrelaten der Zufriedenheit mit der eigenen Laufbahn.[4]
  • Niedrigere Ehrlichkeit-Bescheidenheit ist das HEXACO-Merkmal, das am stärksten mit kontraproduktivem Arbeitsverhalten zusammenhängt. Lange Karrieren leben vom Ruf, transparente Ethik ist also ein Wettbewerbsvorteil, keine Last.[8]

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Empfindsam und aufrichtig
ESTP-RM

Vermutlich bemerkst du Risiken und Probleme früh und legst großen Wert darauf, Dinge richtig zu machen, aber anhaltender Druck kostet dich mehr Kraft als die meisten. Vermutlich sind dir Fairness und korrektes Vorgehen wichtig, und Titel, Vergünstigungen und Status motivieren dich weniger.

  • In Metaanalysen hängt Neurotizismus negativ mit der Zufriedenheit mit der eigenen Laufbahn zusammen. Merkmale eines Jobs, die chronischen Stress verringern (planbares Arbeitspensum, unterstützende Vorgesetzte), solltest du daher stark gewichten.[4]
  • Ehrlichkeit-Bescheidenheit ist der stärkste HEXACO-Prädiktor für wenig abweichendes Verhalten am Arbeitsplatz (Diebstahl, Sabotage, Fehlverhalten), was vor allem in Rollen zählt, die auf Vertrauen beruhen.[8]

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Empfindsam und ehrgeizig
ESTP-RA

Vermutlich bemerkst du Risiken und Probleme früh und legst großen Wert darauf, Dinge richtig zu machen, aber anhaltender Druck kostet dich mehr Kraft als die meisten. Vermutlich motivieren dich Status, Anerkennung und Belohnung, und du stellst deine eigene Arbeit gern heraus.

  • In Metaanalysen hängt Neurotizismus negativ mit der Zufriedenheit mit der eigenen Laufbahn zusammen. Merkmale eines Jobs, die chronischen Stress verringern (planbares Arbeitspensum, unterstützende Vorgesetzte), solltest du daher stark gewichten.[4]
  • Niedrigere Ehrlichkeit-Bescheidenheit ist das HEXACO-Merkmal, das am stärksten mit kontraproduktivem Arbeitsverhalten zusammenhängt. Lange Karrieren leben vom Ruf, transparente Ethik ist also ein Wettbewerbsvorteil, keine Last.[8]

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Tipps zur beruflichen Entwicklung für ESTP

  • In einer Feldstudie erzielten extravertierte Führungskräfte mit proaktiven Teams schlechtere Ergebnisse, weil sie weniger offen für die Ideen der Teammitglieder waren.[9]
  • Übe, eine Frage zu stellen, bevor du deine Sicht äußerst. Das hilft vor allem bei proaktiven Teams.[9]
  • Offenheit sagt den Erfolg in beruflichen Schulungen vorher. Plane in sich schnell wandelnden Bereichen zusätzliche Mühe für Weiterbildung ein.[3]
  • Nimm dir jeweils eine neue Fähigkeit oder Erfahrung vor, verknüpft mit etwas Nützlichem, das du ohnehin tust.
  • Geringere Verträglichkeit sagt destruktivere Konfliktstrategien vorher, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt.[10]
  • Bevor du widersprichst, gib die Sicht der anderen Person so wieder, dass sie zustimmen würde.
  • Geringere Gewissenhaftigkeit hängt mit Gewohnheiten zusammen, die Aufschieben begünstigen, und mit riskanterem Gesundheitsverhalten (Ernährung, Bewegung, Substanzkonsum).[11]

Wie belastbar sind diese Befunde?

  • Die vier klassischen Buchstaben entsprechen vier der Big-Five-Merkmale (Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit), deshalb lässt sich die Big-Five-Forschung auf sie anwenden.[12]
  • Zusammenhänge zwischen Merkmalen und Lebensergebnissen sind echt, aber einzeln betrachtet bescheiden: Typische Korrelationen liegen bei etwa .10 bis .30, Merkmale verschieben also Wahrscheinlichkeiten, statt Ergebnisse festzulegen. Ein großes Replikationsprojekt bestätigte die meisten geprüften Zusammenhänge, meist mit etwas kleineren Effekten.[13][14]

Aussagen ohne Quellenangabe sind praktische Vorschläge oder Beschreibungen der Merkmale, keine Forschungsergebnisse.

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Quellen

  1. Larson, L. M., Rottinghaus, P. J., & Borgen, F. H. (2002). Meta-analyses of Big Six interests and Big Five personality factors. Journal of Vocational Behavior, 61(2), 217–239.
  2. Judge, T. A., Higgins, C. A., Thoresen, C. J., & Barrick, M. R. (1999). The Big Five personality traits, general mental ability, and career success across the life span. Personnel Psychology, 52(3), 621–652.
  3. Barrick, M. R., & Mount, M. K. (1991). The Big Five personality dimensions and job performance: A meta-analysis. Personnel Psychology, 44(1), 1–26.
  4. Ng, T. W. H., Eby, L. T., Sorensen, K. L., & Feldman, D. C. (2005). Predictors of objective and subjective career success: A meta-analysis. Personnel Psychology, 58(2), 367–408.
  5. Zhao, H., & Seibert, S. E. (2006). The Big Five personality dimensions and entrepreneurial status: A meta-analytical review. Journal of Applied Psychology, 91(2), 259–271.
  6. Judge, T. A., Bono, J. E., Ilies, R., & Gerhardt, M. W. (2002). Personality and leadership: A qualitative and quantitative review. Journal of Applied Psychology, 87(4), 765–780.
  7. Lucas, R. E., & Fujita, F. (2000). Factors influencing the relation between extraversion and pleasant affect. Journal of Personality and Social Psychology, 79(6), 1039–1056.
  8. Pletzer, J. L., Bentvelzen, M., Oostrom, J. K., & de Vries, R. E. (2019). A meta-analysis of the relations between personality and workplace deviance: Big Five versus HEXACO. Journal of Vocational Behavior, 112, 369–383.
  9. Grant, A. M., Gino, F., & Hofmann, D. A. (2011). Reversing the extraverted leadership advantage: The role of employee proactivity. Academy of Management Journal, 54(3), 528–550.
  10. Jensen-Campbell, L. A., & Graziano, W. G. (2001). Agreeableness as a moderator of interpersonal conflict. Journal of Personality, 69(2), 323–362.
  11. Bogg, T., & Roberts, B. W. (2004). Conscientiousness and health-related behaviors: A meta-analysis of the leading behavioral contributors to mortality. Psychological Bulletin, 130(6), 887–919.
  12. McCrae, R. R., & Costa, P. T. (1989). Reinterpreting the Myers-Briggs Type Indicator from the perspective of the five-factor model of personality. Journal of Personality, 57(1), 17–40.
  13. Soto, C. J. (2019). How replicable are links between personality traits and consequential life outcomes? The Life Outcomes of Personality Replication Project. Psychological Science, 30(5), 711–727.
  14. Ozer, D. J., & Benet-Martínez, V. (2006). Personality and the prediction of consequential outcomes. Annual Review of Psychology, 57, 401–421.